Jahreskreisfeste

Mit den Jahreskreisfesten möchte ich eine alte Tradition unserer Ahnen wieder aufleben lassen. Das Leben unserer Vorfahren war geprägt durch das Leben in und mit der Natur. Sich dem natürlichen Rhythmus anzupassen und mit Mutter Erde im Einklang zu sein, war für unsere Ahnen überlebenswichtig. So ist es nicht verwunderlich, dass sie für die Natur eine große Wertschätzung empfanden und ungefähr im 6 Wochen Rhythmus verschiedene Danksagungsfeste feierten. Die ursprünglich keltischen Feiern waren aufgeteilt in 4 Mond - und 4 Sonnenfeste, von denen jedes ein eigenes Thema hat. 

Gerade in der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, sich wieder mit der Natur zu verbinden und ihrem Rhythmus zu folgen. Wir feiern diese Feste zum einen im Gedenken an unsere Vorfahren, ohne die wir nicht hier wären und nicht das wären, was wir heute sind, zum anderen um das wieder wertzuschätzen, was wir jeden Tag an Fülle und Reichtum erleben dürfen. Wir werden Altes loslassen, Neues auf den Weg bringen, wir werden kreativ sein und uns bewusst werden, wie wichtig es auch für uns ist, einmal durchzuatmen und uns Pausen zu gönnen, so wie die Natur es uns vorlebt.

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Alban Hevin, Sommersonnenwende

5. Fest im Jahreskreis

Am 21. Juni feiern wir das 5. Fest im Jahreskreis, die Sommersonnenwende als Sonnenfest, bei den Kelten auch Alban Hevin genannt. Es ist der höchste Stand der Sonne, eine Zeit der Reife, des Überflusses und der unbändigen Freude. Die Kelten feierten 12 Tage lang, es war die sorgloseste Zeit des Jahres, wenn man bedenkt, wie schwierig das Überleben damals war. Große Feuer wurden entfacht, um die Götter gnädig zu stimmen, denn noch war die Ernte nicht eingebracht und Unwetter konnten immer  noch alles vernichten. Somit auch ein Fest des Dankes, welches ich Euch gerne näher bringen möchte im Gedenken an unsere Ahnen, aber auch  auch in Bezug auf die heutige, moderne  Zeit. 

Beltane oder Walpurgis wird als 4. Fest im Jahreskreis und als Mondfest in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai gefeiert. Bei den Kelten läutete Beltane den Beginn des Sommers ein. Eine mögliche Erklärung des Wortes ist, dass es sich aus bel = leuchtend und tene/teine = Feuer zusammensetzt. Dies würde auch zu dem Brauch passen, dass zu Beltane große Feuerhaufen errichtet wurden. Diese wurden aus den 9 heiligen Hölzern Birke, Eberesche, Esche, Erle, Weide, Weißdorn, Eiche, Stechpalme und Haselnuss errichtet. Diese Hölzer wurden vom Boden aufgesammelt und nicht vom Busch oder Baum abgebrochen. Erst nachdem alle anderen Feuer wie Herdfeuer, Kerzen etc. gelöscht waren, wurde das große Feuer entfacht. Mit den Ebereschenzweigen lief man dreimal um das Feuer herum und hängte sie dann über den heimischen Herd oder die Feuerstelle.  Die Feuer sollten Haus, Vieh und Menschen schützen und Unheil fernhalten. Gleichzeitig wurde ausgelassen gefeiert, denn die Zeit der Entbehrungen und des Mangels war überstanden, die Zeit der Fruchtbarkeit hielt in allen Bereichen Einzug und so ist es nicht verwunderlich, dass unter den mit Bändern und Blumen reich geschmückten Maibäumen (ursprünglich ein Phallussymbol) die ein oder anderen Verlobungsversprechen gegeben wurden. Zu zweit sprang man über das Feuer und eine unbezähmbare Freude auf das Licht, die Sonne, die überall verheißungsvolle Fruchtbarkeit von Mutter Erde lud zu Extase und ausgelassenem Feiern ein. Auch wir in der heutigen von Wohlstand geprägten Zeit, freuen uns, der dunklen Jahreszeit endlich zu entkommen und begrüßen den nahenden Sommer mit all seinen Sonnentagen, seiner Wärme und seiner reichen Fülle von Mutter Erde. Ein schöner Grund am Feuer zu feiern.

Alban Eiler oder Frühlings- Tag und Nachtgleiche

3. Fest im Jahreskreis

wird am 21. März gefeiert, ist ein Sonnenfest und läutet den Frühling ein. Die Sonne steht an diesem Tag senkrecht über dem Erdäquator. Tag und Nacht sind dann überall auf der Erde ungefähr gleich lang, da eine Hälfte der täglichen Sonnenbahn oberhalb, die andere unterhalb des Horizontes liegt. In diese Zeit  fällt auch häufig das Osterfest. Das Ei und der Hase werden dabei als Fruchtbarkeitssymbole übernommen. Wir feiern die Wiedergeburt der Natur, die Dunkelheit zieht sich nun vollständig zurück, das Licht nimmt weiter zu und aus dem Schoß von Mutter Erde wird nun alles Leben neu geboren. Alles fängt unter der warmen Sonne an zu blühen, die Tiere suchen sich ihre Partner, bauen Unterkünfte für den zukünftigen Nachwuchs und auch wir Menschen haben den Drang nach draußen in die Natur und in die wärmenden Strahlen der Sonne. Wir feiern das Frühlingserwachen, indem wir einen Altar aufstellen, ihn mit Osterdekoration und Frühblühern verzieren und auch hier segnen wir verschiedenfarbige Kerzen und senden Licht, Freude und Dankbarkeit in die Welt. Wir begrüßen von Herzen die helle Jahreszeit und bedenken dabei, wie viel mehr diese Zeit unseren Ahnen bedeuten musste. Hatten sie doch den kalten, dunklen Winter überlebt.

 

Imbold (Brigid) oder Lichtmess                2. Fest im Jahreskreis                                  in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar wird Lichtmess gefeiert, das keltische Imbolc oder auch das Fest der Brigid. Es handelt sich hier um ein Mondfest. Die Natur ist zwar noch im Winterkleid, aber die Sonne geht jeden Tag ein bisschen früher auf und etwas später unter und unterirdisch entfaltet sich schon die ganze Kraft der Natur. Die ersten Keimlinge spitzen durch die Erde, die Vögel beginnen zu singen und langsam erwacht die Natur aus ihrer Starre. Auch wir sind aufgefordert, langsam Kraft zu sammeln, um neue Projekte zu beginnen oder uns unseren Visionen zu nähern. Wir werden Kerzen verzieren, diese anschließend segnen und entzünden und symbolisch mit ihnen in uns das Feuer des Lebens neu entfachen.

Alban Arthan oder Wintersonnwende

1. Fest im Jahreskreis

Um den 21. Dezember herum feiern wir mit der Wintersonnwende als Sonnenfest und erstes Fest im Jahreskreis die Rückkehr des Lichtes. Wir durchleben die längste Nacht und den kürzesten Tag im Jahreskreislauf. Es ist zwar eigentlich der Winterbeginn, aber ab jetzt werden die Nächte wieder kürzer und die Tage länger. Für die Kelten waren die Sonnwendfeste ganz besondere Feiertage, da sie den Beginn einer neuen Jahreszeit einläuteten. Für unsere Ahnen war es die Aussicht auf ein neues Erwachen der Natur, sie spürten damals noch die unter der Erde lebendig werdenden Energien, den Beginn eines neuen Zyklus. In der damaligen Zeit mit strengen Wintern, ohne Strom und an Vorräten nur, was Sommer und Herbst an Ernte möglich gemacht hatten, ein guter Grund zur Hoffnung, den Winter zu überleben. Also ein wunderbarer Grund zu feiern. 

An die Wintersonnwende schloss sich ein Zeitraum von 11 Tagen und 12 Nächten an, die so genannten Rauhnächte. Es war eine Zeit, in der Innenschau gehalten, das alte Jahr geehrt und versöhnt abgeschlossen wurde, eine Zeit der Stille, aber auch eine Zeit, um zu planen, wie man sich seinen Herzenswünschen im neuen Jahr nähern könnte. Eine Zeit der Stille, des Friedens und des "Bei sich sein". 

So schließen auch wir in diesem Ritual unser altes Jahr ab, schauen, was wir vor dem Jahreswechsel noch zu Ende bringen können und visionieren ein Ziel, was uns am Herzen liegt und was wir im neuen Jahr verwirklichen möchten.

Mabon oder Herbst Tag - und Nachtgleiche 

7. Fest im Jahreskreis ist eines der vier Sonnenfeste und wird um den 21. September herum gefeiert. Wie der Name schon sagt, sind hier Tag und Nacht gleich lang und somit herrscht Ausgewogenheit zwischen Licht und Dunkel. Die Frage nach Harmonie und Ballance steht bei diesem Fest im Mittelpunkt. Gleichzeitig ist es aber auch ein Fest zum Erntedank, denn die Natur beschenkt uns noch einmal mit einer wahren Pracht an Beeren, Obst, Nüssen und vielen wunderschönen Farben. Die Felder sind zum größten Teil abgeerntet und die letzten Kräuter für den Winter eingesammelt. Ein guter Zeitpunkt, sich in Ruhe auf das, was wesentlich ist, zu besinnen und zu danken. 

Samhain oder Allerheiligen 

8. Fest im Jahreskreis

ist eines der vier Mondfeste und wird am 31. Oktober gefeiert. Es ist im Ursprung ein Fest der Verstorbenen und des keltischen Jahreswechsels. Tod, Wiedergeburt, Ende und Neuanfang sind die ursprünglichen Kernthemen dieses Festes und somit steht es für den ewigen Kreislauf des Lebens. Sommer und Herbst sind vorbei, alles ist geerntet und eingefahren und winterliche Stille kehrt langsam ein. Wir erinnern uns an humorvolle und lustige Begebenheiten mit unseren Vorfahren, wir finden gemeinsam Wege zur Gestaltung der winterlichen Stille, blicken auf unser bisher gelebtes Jahr zurück, danken für die Fülle und reiche Ernte in unserem Leben und schauen, was wir Neues in Gang setzten können.

 

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